Wenn im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, reckt ein kleiner, goldgelber Frühlingsbote seinen Kopf aus der noch kahlen Erde: der Huflattich, im Volksmund «Zytröseli» genannt wird. Zwischen Februar und April verzaubert er mit seinen leuchtend gelben Blüten Wegränder, Böschungen und Brachflächen – noch bevor die charakteristischen hufeisenförmigen Blätter erscheinen.
Das Besondere am «Zytröseli»: Sowohl die sonnengelben Blüten als auch die später wachsenden Blätter sind essbar und werden seit Jahrhunderten als Heilkraut geschätzt – ähnlich wie Salbei, Pfefferminze oder Brennnessel. Von der Volksmedizin bis zur modernen Phytotherapie hat der Huflattich seinen festen Platz als natürlicher Helfer bei Atemwegserkrankungen.
Wann blüht Huflattich? Huflattich (Zytröseli) blüht zwischen Februar und April und gehört zu den ersten Frühlingsblumen. Die gelben Blüten erscheinen vor den Blättern.
Ist Huflattich gefährlich? Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die bei Daueranwendung leberschädigend sein können. Maximal 4-6 Wochen pro Jahr verwenden. Schwangere, Stillende und Kinder sollten darauf verzichten.
Wofür hilft Huflattich? Huflattich wirkt schleimlösend, hustenlindernd und entzündungshemmend. Traditionell wird er bei Husten, Bronchitis und Heiserkeit eingesetzt.
Wo wächst Huflattich in der Schweiz? Huflattich wächst auf Schuttplätzen, an Wegrändern, Bachufern und auf lehmigen Böden. Man findet ihn häufig in Tieflagen und mittleren Höhenlagen bis etwa 2000 m ü. M.
Der Name Huflattich leitet sich von der Form der Blätter ab, die an einen Pferdehuf erinnern. In der Schweiz hat sich hingegen der Name «Zytröseli» durchgesetzt, was vermutlich auf die zitronengelben Blüten zurückzuführen ist, die wie kleine Röschen aussehen. Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine der ersten Nektarquellen für hungrige Bienen und Hummeln nach dem Winter.
Blütezeit: Februar bis April (vor den Blättern!)
Blüten: leuchtend gelb, ähnlich wie kleine Löwenzahnblüten, auf schuppigen Stängeln
Blätter: erscheinen erst nach der Blüte, gross, rundlich bis herzförmig, unterseits weissfilzig
Standort: sonnige bis halbschattige Lagen, oft auf lehmigen Böden, an Wegrändern und Böschungen
Schon im Altertum wurde der Huflattich zur Behandlung von Heiserkeit und Husten verwendet. Der lateinische Name «Tussilagoi farfara» steht für «Hustenstiller», was auf die traditionelle Hauptanwendung der Pflanze hinweist. Weitere bewährte Hausmittel gegen Husten findest du in unserem Artikel über selbstgemachten Hustensaft aus natürlichen Zutaten.
Anwendungsbeispiele
Das Zytröseli wird traditionell bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
Schleimlösend: hilft bei festsitzendem Husten
Hustenlindernd: beruhigt gereizte Atemwege
Entzündungshemmend: lindert Reizungen im Hals- und Rachenraum
Wundheilend: unterstützt die Heilung kleiner Hautverletzungen
Regt den Stoffwechsel an: fördert die körpereigenen Abwehrkräfte
Antibakteriell: wirkt gegen bakterielle Infektionen
Verdauungsfördernd: unterstützt die Verdauung
Huflattichtee ist die bekannteste Anwendungsform und besonders wohltuend bei Erkältungen und Husten.
Zubereitung:
1 Esslöffel getrocknete Huflattich-Blüten (bei frischen Blüten die doppelte Menge) in eine Tasse geben und mit ca. 250 ml kochendem Wasser übergiessen.
Zugedeckt 10-15 Minuten ziehen lassen, damit die Blüten ihre wertvollen Inhaltsstoffe ins Wasser abgeben können.
Den Tee durch ein Sieb abgiessen. Bei Bedarf mit etwas Honig süssen. Dieser verstärkt zusätzlich die hustenlindernde Wirkung.
Dosierung: Täglich 2-3 Tassen trinken. Am besten zwischen den Mahlzeiten.
Tipp: Der Tee schmeckt leicht herb und erdig. Wer den Geschmack intensiver mag, kann die Ziehzeit auf 20 Minuten verlängern.

Zubereitung:
Getrocknete Blüten und frische Blätter kleinschneiden und in ein sauberes Schraubglas geben. Das Pflanzenmaterial sollte etwa zur Hälfte gefüllt sein. v
Mit mindestens 38%igem Alkohol (z.B. Wodka oder Kornbrand) vollständig bedecken, sodass alle Pflanzenteile unter der Flüssigkeit sind.
Das Glas gut verschliessen und für 2-3 Wochen an einem sonnigen oder warmen Ort stehen lassen. Täglich einmal sanft schütteln.
Nach der Ziehzeit die Tinktur durch ein feines Sieb oder Kaffeefilter abseihen und in eine dunkle Glastropfflasche abfüllen.
Für die Hausapotheke lässt sich aus Huflattich eine praktische Tinktur herstellen, die lange haltbar ist.
Anwendung: 3-mal täglich 20-30 Tropfen in etwas Wasser verdünnt einnehmen.
Haltbarkeit: Kühl und dunkel gelagert ca. 1-2 Jahre haltbar.
⚠️ Bitte beachten: Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in grösseren Mengen oder bei Daueranwendung die Leber belasten können.
Empfehlungen für den sicheren Gebrauch:
Anwendung auf maximal 4-6 Wochen pro Jahr beschränken
Nicht für Schwangere, Stillende und Kinder geeignet
Bei Lebererkrankungen komplett meiden
Im Zweifelsfall vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen
Heute gibt es PA-reduzierte Züchtungen, die in Apotheken erhältlich sind. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu diesen Präparaten oder nutzt andere bewährte Heilkräuter wie Salbei oder Pfefferminze.
Das Zytröseli ist nicht nur Heilpflanze, sondern auch eine interessante kulinarische Zutat! Die Blüten bringen eine leicht bittere, würzige Note in Gerichte, während die jungen Blätter ähnlich wie Spinat verwendet werden können.
Sammeltipps:
Blüten: Februar bis April, an sonnigen Tagen sammeln
Blätter: Mai bis Juni, junge Blätter bevorzugen
Nur an unbelasteten Standorten sammeln (weg von Strassen und gespritzten Feldern)
Nicht alle Pflanzen ernten, sondern immer ein Teil der Pflanzen stehen lassen. Ähnliche Sammeltipps findest du auch in unserem Bärlauch-Artikel.
Zubereitungszeit: ca. 20 Min. | Garzeit: 1 Std. | Für 2 Personen
Zutaten:
2 frische Forellen (à ca. 300g), ausgenommen und gewaschen
8-10 grosse Huflattichblätter (alternativ Krautstil- oder Zucchiniblätter)
2 Zitronen (eine in Scheiben, eine zum Servieren)
4 Zweige frischer Estragon
1 Bund Petersilie
Salz und Pfeffer
2 EL Olivenöl
Optional: Knoblauchzehe
Zubereitung:
Den Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen.
Die Forellen innen und aussen mit Salz und Pfeffer würzen. Je 2 Zweige Estragon und einige Petersilienstängel in den Bauch der Fische geben.
Die Huflattichblätter kurz in heissem Wasser blanchieren (ca. 30 Sekunden), damit sie geschmeidig werden. Kalt abschrecken und trocken tupfen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Huflattichblätter leicht überlappend auslegen, so dass sie gross genug sind, um die Forelle einzuwickeln.
Je 2-3 Zitronenscheiben auf die Blätter legen, die Forelle darauflegen. Mit etwas Olivenöl beträufeln.
Die Forelle fest in die Blätter einwickeln und mit Küchengarn fixieren, damit das Päckchen geschlossen bleibt.
Im vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde garen. Die Forelle ist fertig, wenn sich das Fleisch leicht von der Gräte löst.
Kurz nachziehen lassen und mit einer Beilage nach Wahl servieren – perfekt dazu: Salzkartoffeln, gedünstetes Gemüse oder ein frischer Salat.
Tipp: Die Blätter geben der Forelle ein feines, leicht erdiges Aroma und halten den Fisch besonders saftig!
Zubereitungszeit: 15 Min. | Backzeit: 20 Min. | Für 4 Personen
Zutaten:
8 Eier
100 ml Milch
80 g Mehl (oder glutenfreie Alternative)
1 TL Salz
Pfeffer nach Geschmack
2 Handvoll Huflattich-Blüten mit Stängel (gut gewaschen)
1 Handvoll gemischte frische Kräuter (z.B. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Kerbel)
3 EL Olivenöl oder Butter zum Ausbacken
Optional: 50 g geriebener Käse (Gruyère oder Parmesan)
Zubereitung:
Die Eier in eine Schüssel aufschlagen und leicht verquirlen. Milch, Mehl und Gewürze zugeben und zu einem glatten Teig verrühren. Der Teig sollte die Konsistenz eines dickflüssigen Pfannkuchenteigs haben.
Die Huflattich-Blüten samt Stängel grob hacken. Die frischen Kräuter fein schneiden.
Kräuter und Huflattich unter den Teig heben. Bei Verwendung von Käse diesen ebenfalls unterrühren.
Eine grosse ofenfeste Pfanne (ca. 28 cm Durchmesser) auf mittlerer Stufe erhitzen und das Öl oder die Butter darin schmelzen.
Den Teig in die Pfanne giessen und gleichmässig verteilen. Bei mittlerer Hitze ca. 5-7 Minuten anbacken, bis der Boden goldbraun ist.
Die Pfanne in den auf 180°C vorgeheizten Ofen schieben und weitere 12-15 Minuten backen, bis die Frittata durchgegart und die Oberfläche leicht gebräunt ist.
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und in Stücke schneiden.
Serviervorschlag: Warm oder lauwarm servieren. Dzu passt ein frischer grüner Salat oder Tomatensalsa. Perfekt für Brunch, als leichtes Abendessen oder für unterwegs!
Zubereitungszeit: 15 Min. | Garzeit: 50 Min. | Für 4 Personen als Beilage
Zutaten:
600 g festkochende Kartoffeln (kleine, halbiert)
2 Fenchelknollen (in Spalten geschnitten)
2 Rüebli (halbiert oder geviertelt)
1 rote Zwiebel (geviertelt)
200 g Spargel (optional, je nach Saison)
1-2 Handvoll Huflattich-Blüten
4 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen (gepresst)
1 TL getrockneter Thymian oder Rosmarin
Salz und Pfeffer
Optional: Zitronenschale
Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C (Umluft 180°C) vorheizen.
Die Kartoffeln waschen und halbieren (kleine Kartoffeln können ganz bleiben). Fenchel, Rüebli und Zwiebel in mundgerechte Stücke schneiden.
Das gesamte Gemüse in eine grosse Gratinform oder auf ein Backblech geben.
Olivenöl mit gepresstem Knoblauch, Kräutern, Salz und Pfeffer mischen und über das Gemüse giessen. Alles gut durchmischen, sodass jedes Stück mit der Ölmischung benetzt ist.
Das Gemüse im vorgeheizten Ofen ca. 50 Minuten rösten, bis alles weich und stellenweise leicht karamellisiert ist. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.
In den letzten 5 Minuten der Garzeit die Huflattich-Blüten in einer separaten Pfanne mit etwas heissem Olivenöl kurz anbraten (ca. 1-2 Minuten), bis sie leicht knusprig sind.
Das fertige Ofengemüse aus dem Ofen nehmen und die gebratenen Huflattich-Blüten darüber verteilen.
Serviervorschlag: Als Beilage zu Fisch oder Fleisch oder als vegetarisches Hauptgericht mit einem Klecks Kräuterquark oder Hummus.
Tipp: Die Huflattich-Blüten geben dem Gericht nicht nur optisch das gewisse Etwas, sondern auch eine interessante, leicht bittere Note!
Der Huflattich hat viel mehr zu bieten als nur einen schönen Frühlingsblüten. Er hat sich jahrhundertelang als traditionelles Heilmittel gegen Husten und Erkältungen erwiesen. Die Blüten und Blätter des Zytröseli verleihen Gerichten in der Küche aufregende neue Geschmacksnuancen.
Wer die gelben Blüten im Frühjahr entdeckt, kann sie achtsam sammeln und vielseitig nutzen: als wohltuenden Tee, als heilsame Tinktur oder als kulinarische Besonderheit. Dabei ist es wichtig, die Anwendungsdauer zu begrenzen und die Sicherheitshinweise zu beachten.
Hast du schon Erfahrungen mit Huflattich gemacht? Kennst du weitere traditionelle Anwendungen oder Rezepte mit Zytröseli? Weitere heimische Wildkräuter wie Löwenzahn oder Gänseblümchen warten ebenfalls darauf, entdeckt zu werden. Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
Dieser Beitrag wurde erstmals im Februar 2015 veröffentlicht und im Januar 2026 inhaltlich aktualisiert.

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