Bunter Sommersalat mit Kichererbsen, Reis Paprika und frischen Kräutern als pflanzliche Proteinquelle

Ob du dich vegan oder vegetarisch ernährst, deinen Fleischkonsum reduzieren willst oder einfach mehr Abwechslung auf den Teller bringen möchtest: Pflanzliche Proteinquellen sind vielseitiger und nährstoffreicher als ihr Ruf. Hier erfährst du, welche Lebensmittel am meisten Eiweiss liefern – und wie du sie clever kombinierst.

Warum braucht unser Körper Proteine?

Proteine sind weit mehr als Muskelbaustein. Sie sind an fast jedem Prozess im Körper beteiligt: als Baustoff jeder Zelle, als Grundlage für Hormone und Antikörper, als Motor für Verdauung und Stoffwechsel. Auch Herz, Leber und Gehirn bestehen zu einem grossen Teil aus Proteinen.

Proteine setzen sich aus Aminosäuren zusammen – insgesamt 21. Davon sind 9 essentiell: Sie können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen täglich über die Nahrung aufgenommen werden.

«Wie viel Protein brauche ich täglich? Laut Empfehlung sind es für Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren rund 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht. Bei 65 kg entspricht das etwa 52 g pro Tag. Sportlich aktive Menschen können bis zu 1,6 g/kg benötigen.»

Die besten pflanzlichen Proteinquellen im Überblick

Die Angaben beziehen sich auf 100 g des Lebensmittels (Rohgewicht, getrocknet).

Hülsenfrüchte
Lupinensamen42 gSuppe, Brotbelag, Snack
Rote Linsen27 gDal, Curry, Suppe
Kidneybohnen24 gChili, Bowl, Salat
Beluga-Linsen23 gSalat, Beilage, Suppe
Kichererbsen19 gHummus, Curry, Salat
Edamame11 gSnack, Bowl, Salat

Samen & Nüsse
Hanfsamen25 gMüesli, Smoothie, Porridge
Chiasamen22 gPudding, Porridge, Riegel
Kürbiskerne35 gSalat, Suppe, Snack
Cashewkerne21 gCurry, Salat, Snack
Mandeln24 gSnack, Müesli, Riegel

Getreide & Pseudogetreide
Quinoa14 gBowl, Salat, Beilage
Amaranth14 gPorridge, Riegel, Suppe
Buchweizen10 gRisotto, Pfannkuchen
Haferflocken11 gPorridge, Overnight Oats
Dinkel13 gBrot, Pasta, Risotto

Sojaprodukte
Tempeh19 gBowl, angebraten, Sandwich
Tofu (fest)14 gBowl, Curry, gebraten
Sojaquark 9 gFrühstück, Dip, Smoothie

Selbstgemachte vegane Linsentätschli mit Sesam, Dill und Tomatendip – eiweissreich und glutenfrei

Warum Kombination entscheidend ist


Pflanzliche Proteine haben oft ein unvollständiges Aminosäureprofil. Das bedeutet, dass einzelne essentiellen Aminosäuren in geringer Menge vorhanden sind. Durch clevere Kombinationen ergänzen sich verschiedene Quellen und der Körper kann das Eiweiss besser verwerten.

Bewährte Kombinationen sind:

  • Hülsenfrüchte + Vollkorngetreide (z.B. Linsen-Dahl mit Vollkornreis)

  • Bohnen + Mais (klassische mexikanische Kombination)

  • Haferflocken + Sojaquark (z.B. Overnight Oats)

  • Hummus + Vollkornbrot oder Wrap

  • Tofu + Quinoa (vollständiges Aminosäureprofil)

  • Tempeh + Sesam (z.B. in einer Bowl)

«Wichtig zu wissen: Die einzelnen Lebensmittel müssen nicht zwingend in derselben Mahlzeit gegessen werden. Der Körper kann die Aminosäuren über den ganzen Tag verteilen. Wichtig ist eine vielseitige pflanzliche Ernährung insgesamt.»

Neue Trends: Was du 2026 kennen solltest

Neben den Klassikern gibt es einige Lebensmittel, die in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen haben:

Tempeh ist fermentiertes Sojaprodukt – durch die Fermentation sind die Nährstoffe besser verfügbar und es ist bekömmlicher als TofuSeitan (aus Weizengluten) liefert bis zu 75 g Protein pro 100 g, eignet sich aber nicht für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Hülsenfrucht-Pasta (aus Linsen oder Kichererbsen) hat gegenüber klassischer Pasta doppelt so viel Protein und ist mittlerweile in fast jedem Supermarkt erhältlich.


So startest du durch

Pflanzliche Proteine sind vollwertige Alternativen zu tierischem Eiweiss. Vorausgesetzt, du achtest auf eine abwechslungsreiche Auswahl und kombinierst verschiedene Quellen über den Tag. Mit etwas Übung ist die Eiweissversorgung ganz ohne Fleisch und Fisch problemlos zu bewältigen.

Als ersten Schritt empfehlen wir: Ersetze in einem deiner liebsten Gerichte die Proteinquelle durch eine pflanzliche Alternative und entdecke, wie vielseitig pflanzliche Küche wirklich ist.


Häufig gestellte Fragen zu pflanzlichen Proteinquellen

Kann ich mit pflanzlichem Protein Muskeln aufbauen?

Ja, pflanzliches Eiweiss ist für den Muskelaufbau genauso geeignet wie tierisches, sofern du auf eine ausreichende Gesamtmenge und eine gute Kombination verschiedener Quellen achtest. Entscheidend ist, dass alle 9 essentiellen Aminosäuren abgedeckt sind. Das gelingt gut, wenn du zum Beispiel Hülsenfrüchte mit Getreide oder Tofu mit Quinoa kombinierst. Sportlich aktive Menschen sollten etwa 1,4–1,6 g Protein pro kg Körpergewicht täglich anstreben.

Wie viel Protein brauche ich pro Tag?

Für Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren empfehlen Ernährungsgesellschaften 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht täglich. Bei 65 kg sind das rund 52 g pro Tag. Wer Sport treibt, schwanger ist oder älter als 65 Jahre ist, hat einen höheren Bedarf. Wichtig: Der Körper kann pro Mahlzeit etwa 20–25 g Protein effizient verwerten – es lohnt sich also, die Zufuhr über den Tag zu verteilen.

Welche pflanzliche Proteinquelle hat den höchsten Eiweissgehalt?

Ganz oben stehen Lupinensamen mit rund 42 g Protein pro 100 g, gefolgt von Kürbiskernen (35 g) und Hanfsamen (25 g). Unter den Hülsenfrüchten liegen rote Linsen mit etwa 27 g vorne. Seitan (aus Weizengluten) ist mit bis zu 75 g sogar noch proteinreicher, eignet sich aber nicht für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Im Alltag zählt aber nicht nur der Gehalt, sondern auch wie gut ein Lebensmittel in den Speiseplan passt.

Muss ich Proteine in derselben Mahlzeit kombinieren?

Nein, das ist ein verbreiteter Mythos. Der Körper speichert Aminosäuren über mehrere Stunden und kann sie aus verschiedenen Mahlzeiten zusammenführen. Es reicht also, über den ganzen Tag verteilt verschiedene pflanzliche Proteinquellen zu essen. Wer zum Frühstück Haferflocken mit Sojajoghurt isst und mittags ein Linsengericht mit Vollkornreis, ist bereits gut aufgestellt.

Ist Tempeh besser als Tofu?

Beide haben ihre Stärken. Aber Tempeh hat in einigen Punkten die Nase vorn. Durch die Fermentation sind die Nährstoffe in Tempeh besser bioverfügbar, der Proteingehalt ist mit rund 19 g etwas höher als bei festem Tofu (ca. 14 g), und er enthält zusätzlich Ballaststoffe und natürliche Probiotika, die gut für die Darmgesundheit sind. Tofu überzeugt dafür durch seine Vielseitigkeit in der Küche und seinen neutraleren Geschmack. Am besten: beide abwechselnd verwenden.

Ursprünglich erschienen: Juni 2020 · Überarbeitet und ergänzt: Mai 2026

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